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Montag, 4. November 2013

Christopher Isherwoods "Der Einzelgänger"

Nachdem schon vor zwei Jahren "A Single Man" im Kino lief, ich den Film aber verpasst hatte, habe ich nun endlich Christopher Isherwoods Roman "Der Einzelgänger" gelesen, auf dem der Film basiert. Und es hat sich gelohnt, endlich mal wieder ein gutes Buch!
Wir begleiten den Literatur-Professor George einen Tag durch sein Leben, das im Los Angeles der 1960er Jahre spielt. Spaß macht nicht nur der lockere und sehr angenehm zu lesende Schreibstil von Isherwood (und die gute Übersetzung von Axel Kaun), sondern auch die Geschichte mit ihren psychologischen und soziologischen Betrachtungen. Toll sowohl die Analyse des Protagonisten und seiner Angst, Entscheidungen zu treffen, als auch der Vergleich eines Literaturseminars mit einer Herde dumber Schafe – das könnte man heute wahrscheinlich exakt genau so schreiben.

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Freitag, 4. Oktober 2013

Robert Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß"

Das letzte Mal hatte ich Musils "Törleß" in der Schule gelesen – und wurde mit dem Buch nicht richtig warm. Nach über zehn Jahren (und kurz vor einem Kurztrip nach Wien) ist daher der richtige Moment gekommen, die Geschichte über den Internatsschüler Törleß, der Teil einer Gruppe von Schülern wird, die ihren Kameraden Basini foltert und sexuell missbraucht, noch einmal zu lesen.

Obwohl mit dem Abstand zur eigenen Pubertät manche Betrachtung, die ich damals vielleicht als anmaßend empfunden habe, verständlicher und teils gut getroffen wirkt: Das Buch insgesamt erscheint mir weiterhin merkwürdig fern, undeutlich, unklar. Vieles bleibt mehr oder weniger subtil angedeutet, zum Beispiel Törleß Homosexualität Törleß Überlegungen und die Entwicklung hin zu einer "verfeinerten" Persönlichkeit wirken theoretisch, sind in der Geschichte selbst kaum belegt. Was uns der Autor sagen will – ich weiß es nicht.

Vielleicht muss das Buch noch einmal zehn Jahre liegen, bis es sich mir erschließt. Vielleicht hilft aber auch ein Interpretations-Tipp!

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Mittwoch, 5. September 2012

„Jeden Tag riskieren wir unser Leben!“

Die lesbische Aktivistin Qat Qamunde aus Kenia berichtet im Interview über Gewalt in Nairobi und warum zwei sich küssende Frauen in der Berliner Friedrichstraße für sie ein kleiner Schock waren.